Van Laack-Chef Christian von Daniels im Interview

von Andreas Gerads am 10. Juni 2009

Christian von Daniels ist geschäftsführender Gesellschafter der Van Laack GmbH und steht damit an der Spitze eines weltweit bekannten Herstellers hochwertiger Herrenhemden und Damenblusen. Seit jeher umfasst das Sortiment nicht nur Hemden, sondern wer will kann sich heute vollständig von Van Laack ausstatten lassen. Anzüge, Krawatten, Hosen, Pullover, Accessoires, bis hin zur Wäsche bietet Van Laack ein umfassendes Sortiment.

Seit der Gründung 1881 in Berlin hat das Unternehmen eine bewegte Geschichte hinter sich. Etwas ruhiger ist es mit dem Jahr 2002 geworden. Seit der Übernahme aus Händen der Delton AG, konzentriert man sich in Mönchengladbach wieder auf das was man seit jeher gut konnte: qualitativ hochwertige Kleidung kreieren und herstellen. Dabei greift Van Laack auf ein weltweites Fertigungsnetzwerk zurück. Oft wurde dies hinterfragt, ein Grund mehr im Gespräch mit Herrn von Daniels darauf einzugehen. Von der weltweiten Krise ist bei Van Laack aktuell nach eigener Aussage kaum etwas zu spüren. Zwar wächst man nicht so schnell wie ursprünglich geplant, aber die Vorzeichen sind durchweg positiv.

Den Besuch im Mönchengladbacher Stammhaus werde ich als wertvollen Einblick in ein weltweit agierendes Unternehmen, in guter Erinnerung behalten. Zuletzt überraschte Van Laack übrigens mit der Übernahme von Herringbone in Australien, dazu aber mehr im Interview mit Herrn von Daniels:

Als interessante Ergänzung möchten wir Sie auf eine Übersicht aufmerksam machen, die den Verkaufspreis eines Van Laack Hemdes in einzelne Positionen aufschlüsselt. Diese Übersicht wurde uns von Van Laack zur Verfügung gestellt:

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Interessante Feststellung: Der Aufstellung nach verbleibt ein Großteil der Wertschöpfung in Deutschland.

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malaparte 11. Juni 2009 um 09:49

Das PDF funktioniert bei mir nicht (bitte nochmal überprüfen). Das der Großteil der Wertschöpfung in Deutschland verbleibt, ist aber genau der Punkt: jene, die das Produkt herstellen, haben am wenigsten davon.
Es ist die globalisierte Großindustrie, die zuerst die Betriebe dichtmacht um die Produktion ins Billiglohnland zu verlagern und hinterher das Argument bringt, es gäbe keinen Nachwuchs mehr im Handwerk. Man nimmt den ökologischen Irrsinn des Warentransports um die ganze Welt in Kauf, weil die Leute in Vietnam sich besser ausbeuten lassen, die Umweltstandarts niedriger sind, keine Demokratie herrscht – Kindergarten hin oder her. Das sollte man sich – allem Schönreden zum Trotz – immer vor Augen halten. Naturlich werden meckern oder Konsumverzicht (van Laack kaufe ich z.B. aus Prinzip nicht) nichts nützen – nur ein rascher Anstieg der Transportkosten und der Lebensstandarts in den betreffenden Ländern werden eines Tages dafür sorgen das ein Wandel im Denken eintreten wird.

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Andreas Gerads 12. Juni 2009 um 09:50

Danke für den Hinweis malaparte, nun sollte der Download funktionieren.

Grüße

AG

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flamboyance 14. Juni 2009 um 21:39

100% d’accord mit den Ausführungen von malaparte.
Außerdem:
- Der Vergleich mit Porsche verfängt nicht. Sie lassen sich schlicht nicht vergleichen, die Arbeitsbedingungen und -verhältnisse/Löhne in Südostasien und die Auslagerungen einzelner Fertigungsschritte nach Osteuropa.

- Ich kann mir nicht vorstellen, dass die “mangelnden Fertigkeiten”, “fehlenden Qualitätsstandards” in D/ deutschen Werken die Hauptmotivation für eine Verlagerung ins entfernteste Land sind.

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Said 9. September 2009 um 08:51

Also ich hab wirklich meine Mühe mit den Ausführungen von Herrn Daniels. So so, die Näherinnen in Vietnam haben also noch spezielle “Skills”. Gehts noch etwas dämlicher ? Aber so ist das heute. Brand auszreizen bis zum geht nicht mehr. Ich bin hiermit treuer van Laack Kunde gewesen.

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