Wie bereits erwähnt, möchte ich mit diesem Post/Tutorial erstens Andreas zum Whisky verführen und zum anderen versuchen den "richtigen" Genuss zu erläutern.
Kommen wir doch erstmal zum letzten Punkt, der erste wird ganz von alleine kommen. Der richtige Genuss. Gibt es den richtigen Genuss? Was ist denn überhaupt Genuss? Ich denke, diese Frage zu beantworten, sprengt den Rahmen dieses Posts.
Den richtigen Whisky-Genuss gibt es eigentlich nicht.
Viele Whiskyliebhaber schütteln sich wenn sie sehen, wie ein guter(!) Single Malt mit Eis oder gar Cola gestreckt wird. Aber: Ist denn nicht erlaubt, was gefällt? Ich persönlich halte z.B auch wenig davon, einen guten, vielleicht seltenen Single Malt mit Cola zu verdünnen. Denn was hat es für einen Sinn? Wir wollen doch den vollen Aromenspektren des Whiskies "lauschen" und diese nicht mit Cola vernichten.
Aber, nehmen wir einmal an, wir haben Eis und Cola für uns erstmal ausgeschlossen. Wir stehen nun also vor einer netten Flasche Whisky und haben sie geöffnet. Hm...Da strömt doch schon mal ein leckrer Geruch aus dem Flaschenhals. Jetzt haben wir nur noch eine Frage zu klären:
Welches Glas ist denn nun das richtige?
Ein
Tumbler?
Oder doch ein Nosingglas?
Aber was ist denn der Unterschied? Ist denn nicht Glas gleich Glas und wir können uns dann endlich den Stoff in die Rübe kippen? Wieso redet der die ganze Zeit von Gläsern und Aromen?
Ganz einfach. Ich werde erstmal theoretisch erklären, was der Unterschied zwischen den genannten Gläsern ist.
Also, ein Tumbler ist, wie wir auf dem Bild hoffentlich alle sehen können, ein eher großes, dickwandiges Glas, das sehr zylindrisch geformt ist.
Ein Nosingglas, mal ohne irgendwelche Spezifikationen, ist ein meist langstieliges, bauchiges Glas, welche nach oben hin eher konisch zu läuft.
Der Vorteil: Im Bauchteil können sich die Aromen entfalten und werden dann quasi über die Öffnung schön nach oben verteilt und können so nasal erschnuppert werden.
Ein solches Nosingglas kann so aussehen:
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Aber auch so:
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Der Unterschied ist relativ marginal. Der Witz dabei ist: Solche Gläser werden eigentlich nur nach dem persönlichen Gusto ausgewählt. Der eine benutzt dieses Glas gerne, der andere jenes.
Viele Blender (Was ein Blend ist haben wir im ersten Teil bereits gelernt, nicht wahr? Ein Blender ist also derjenige, der die hohe Kunst des Whiskymischens beherrscht) verwenden folgendes Glas:
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Ich habe 2 solcher Gläser und bin sehr zufrieden. Allerdings besitze ich mehrere Nosinggläser und alle sind sich ähnlich.
Mein Tipp: Für's erste wirklich ein Nosingglas nehmen um die Aromen zu spüren. Danach benutze ich oftmals Tumbler =)
Wenn kein "Profi"-Glas vorhanden ist, reicht ein Glas erstmal, was ähnlich geformt ist. Ansonsten gibt es solche Gläser zu hauf und günstig im (Fach-)Handel.
Ok. Wir haben uns also aus verschiedenen Gläsersorten eines ausgesucht.
Also gut...Wir haben die Flasche geöffnet und ein Glas. Wohl an. Langsam lassen wir das goldene Getränk in das Glas gleiten. Um die 2cl. ist die ideale Menge.
So, wir haben ein Glas das gefüllt ist, also worauf wir warten? Der schönste Augenblick beginnt.
Wir nehmen das Glas am Stiehl und schwenken es langsam hin und her, sodass der WhiskEy schöne Kreise dreht. Dann können wir langsam den Riechapparat über das Glas halten und die ersten Aromen schnuppern.
Stopp. An dieser Stelle ein Wort zu den Aromen:
Es gibt keine wirkliche Norm (ja, gibt es schon, kümmert uns nu aber nicht!) für Aromen und was wem schmeckt oder eben gut riecht.
Wenn wir das erste Mal den Geruch des Whisky einatmen, einfach auf sich wirken lassen. Erstmal schnuppern. Genießen. Dann langsam anfangen, vielleicht die ersten Aromen rauszuriechen. Und ja, dass kann alles sein. Auch ruhig Assoziationen, die man vielleicht mit einem errochenen Geruch verbindet merken oder notieren. So kann man sich ganz langsam rantasten.
Genau so beim Geschmack. Einen kleinen Schluck auf die Zunge nehmen und langsam schlucken. Klar, dass kann brennen. Weil z.B der Gaumen noch nicht an 40% gewöhnt ist. Aber da tasten wir uns ja auch langsam ran. Also, einfach mal einen Schluck nehmen und vielleicht auch gleich schlucken, je nach Geschmack. Und hier genau dasselbe mit den Aromen. Langsam rantasten.
Na hallo! Wir haben unsern ersten Whisky mit allen Sinnen genossen. Und? Wars schlimm? Neee...sicherlich nicht, oder? =)
Das war die "1. Stufe des Genusses". Was man jetzt noch machen kann, um evtl. dem Whisky die Schärfe zu nehmen und auch um neue Aromen hervorzulocken:
Den Whisky tröpfchenweise(!) mit Wasser verdünnen. So bekommen wir langsam die Schärfe raus und schaffen es trotzdem, neue Aromen zu fördern.
Un dso kann man ganz in Ruhe mit dem Whisky experimentieren =)