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Eine Frage in die Runde:
Was halten Sie / haltet Ihr von Konfektionsware wenn's um Anzüge geht? Persönlich würde ich bei unlimitiertem Budget natürlich immer “bespoke” tragen und niemals zur Stangenware greifen. In meiner Garderobe finden sich aber noch einige Standardanzüge (z. B. von Strellson, Boss, Tommy Hilfiger), die ich ab und an trage. Nur seit ich meinen ersten Maßanzug gekauft habe (von Maile in München), will bei mir nicht mehr viel Freude beim Tragen dieser Anzüge aufkommen. Am Wochenende habe ich dann doch nochmal ein Modell von der Stange anprobiert. Ein Sommeranzug von “Park Avenue” - hergestellt aus relativ gutem Tuch (Loro Piana, Baumwolle). Kennt jemand diesen Hersteller? Ist die Qualität gut, bzw. hält der erste Eindruck was er verspricht? Freue mich über jede Antwort. |
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In meiner Garderobe finden s ich "nur" Standardanzüge, ich komme mit (v.a. italienischer) Konfektion und seltenen Änderungen sehr gut klar. Ich wechsle gern und häufig Anzüge/Sakkos und selbstverständlich wäre ein Caraceni oder Cifonelli o.ä. toll, investiere aber das recht überschaubare Salär derzeit lieber in klassisches Schuhwerk jeder Art.
Ansonsten halte ich es bei extrem hochpreisigen Anzügen/Sakkos auch mit dem sehr schönen Artikel von Herrn Roetzel über "Secundo Mano", man kann v.a. in Großstädten hervorragende Schnäppchen machen, wenn einen die "Historie" z.B. eines Brioni nicht stört. Mich nicht, ich finde sie sogar eher "spannend" "Park Avenue" kenne ich bisher nur von einem Outlet aus der Nähe, machte aber einen guten Eindruck. Einen Baumwollanzüg würde ich durchaus off-the-rack nehmen, schon wegen seines eher seimiformellen Charakters. Welche Farbe, carygrant? |
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Ich habe nichts gegen “Stangenware” einzuwenden und trage auch selber gerne welche. Bester Erfahrungen habe ich mit den Anzügen von “Boss Selection” gemacht. Die passen mir einfach hervorragend und gefallen mir auch in Tuch und Verarbeitung sehr gut, weitaus besser als z.B. eine günstige MTM (Dolzer o.ä.). Was ist mir bei der Auswahl eines entsprechenden Anzugs wichtig? Zunächst einmal der Fit. Bei entsprechender Figur kann die passende Größe hervorragend aussehen. Jeder Hersteller hat hier seinen Schnitt, der grundsätzlich zur eigenen Figur passen sollte. Dann das Tuch, wobei hier bereits ein gewisses Branding betrieben wird, z.B. nähen manche Herstller einen “Loro Piana”-Sticker ein. Dann die Verarbeitung, bspw. die Frage ob Einlagen z.T. genäht sind (siehe “Boss Selction”). Sehr wichtig ist für mich auch der richtge Änderungsschneider, z.B. ein Atelierschneider. Hier kan man viel falsch machen, z.B. beim Kürzen von Ärmeln oder beim enger mchen. Ich hoffe, das hilft bei der Auswahl.
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Ich stimme 100% ig zu, vor allem was das thema “Änderungsschneider” angeht. Zudem kommt es auch auf die Umgebung des Konfektionsanzuges an. Hier kann man mit einem MTM-Hemd, Krawatte, Einstecktuch und (vor allem) Schuhen eine Menge machen. Ich behaupte, dass 90% der Beobachter dann keinen Unterschied mehr bemerken. Ich trage auch Konfektionshemden und lasse sie mir dann immer taillieren. Auch ok. Ich denke man darf die ganze Stildiskussion nicht auf die handwerkliche Fertigung verengen, so wunderbar und anstrebsam diese auch sein mag. So nach dem Motto: Mindestens MTM, sonst darfst Du hier gar nicht mitdiskutieren! Immer dran denken: Flughafen, Bahnhof, Geschäftsleben. Wie viele gut gekleidete Männer bekommt man zu Gesicht? und wie viele von denen haben dann noch etwas, was man als persönlichen Stil bezeichnen dürfte? Etwas Besonderes, ggf. auch Ausgefallenes? Das sind doch maximal 5%. Lasst uns doch einmal mehr über Dinge wie: Kombination verschiedener Muster in einem Outfit, Kombination von Farben etc. diskutieren. Hier gibt es kaum mehr ordentliche Beratung “draußen”.
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Die Ausgangsfrage war ja, wie man zu RTW steht. Und dazu habe ich meinen Standpunkt ausgefuehrt.
Den weiteren Kommentaren von ludwig67 stimme ich im Uebrigen voll zu. Gut gekleidete Maenner sind die totale Ausnahme. Viele beschraenken sich darauf nicht unangenehm aufzufallen und sehen todlangweilig aus. Maenner, die - auch mit RTW Komponenten - geschmackvoll gekleidet sind, an denen das Auge mit Freude verweilt, sind die absolute Ausnahme (in Deutschland weit mehr als z.B. in Norditalien). Gute Schuhe und gepflegte Schuhe gehoeren zu einem guten Outfit fuer mich unbedingt dazu. Auch Schuhe gute Kontrapunkte setzen. Ich finde ein Paar braune Wildleder-Monks oder braune Halbschuhe zu einem blauen Nadelstreifen einfach sehr genial. Muster und Materialkombinationen koennen auch spannend sein. Eine eher “dicke”, wollig wirkende Krawatte zum feinen Anzug bringt etwas. Auf jeden Fall kann ein paar tolle Schuhe ein Outfit wirklich retten. Und ein Paar Mephisto an den Fuessen macht jede weitere, vielleicht vorhandene Muehe, voellig nutzlos. Struempfe in den Farben Marine, Grau und Schwarz sind prima und nicht falsch. Aber bordeauxrote Struempfe oder dunkelgruene zu grauem Flanell, Orange zu blau (mit orangefarbener Krawatte!) finde ich sehr gut. Bei Einstecktuechern bin ich noch Anfaenger und bleibe meist bei weiss oder hellblau. Ich bewundere aber manches Mal gelungene Kombinationen. Eine meiner Libelingsseiten im Internet ist uebrigens http://thesartorialist.blogspot.com/. Scott Schuman fotografiert in NY, Mailand, Paris, Stockholm etc. Maenner und Frauen, deren Kleidung ihn irgendwie anspricht. Die Fotos sind oft grossartig und auch wenn man nicht alles selber tragen kann / wuerde, es ist oft schoen anzusehen. Bei dem Thema, das wir hier diskutieren, ist abschauen ja nicht falsch, um sich Inspirationen zu holen. Eine letzte Bemerkung zur handwerklichen Verarbeitung: Das ist wie mit dem Olivenoel. Wer weiss, welche Arbeit mit der Herstellung verbunden ist, versteht, dass es kein gutes Oel fuer 3,50€ geben kann. Andererseits ist ein Teller Pasta aglio olio peperoncino mit diesem discount-Oel allemal besser als Fischstaebchen. Ich persoenlich wuerde im Rueckblick gerne 2 oder 3 RTW ANzuege nehmen und gegen einen handwerklich guten Anzug eintauschen. Einem guten Freund wuerde ich eher zu einem guten, blauen Anzug als zu 2 Fabrikteilen mit teurem Label raten. Less is more! |
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Die moderne Maßkonfektion is technisch extrem weit und kann -wenn der Maß-nehmenden sein Handwerk versteht- sehr schöne Ergeniss zaubern.
Das Problem liegt jedoch -wie in diesem Threat bereits geschrieben- in der Frage, wer die Maße nimmt und den Kötrper des KUnden interpretieren soll. Ein Maßschneider in der Savile Row braucht 7 bis 10 Jahre, bis er jeden Schritt der Anzugfertigung durchführen darf. Das enstpricht einem Medizinstudium. Soviel mal kurz zu den Anforderungen an jemanden, der Maß abnehmen und technisch interpretieren will. Bei vielen Maßkonfektionären werden seltenst Schneider bedienen sondern normale Einzelhandlskaufleute, Angelernte usw. auf den Kunden losgelassen. Das ist durchaus ein riesen Problem, welches die MTM-Anzüge auch ein wenig in Verruf bringt. Die Ergebnisse vieler MTM-Anzüge sind leider verhunzte Schnitte, weil der Maß-nehmende mit den teilweise schwierigen Proportionen und Körperhaltungen der Kunden nicht zurecht kommt bzw. kommen kann. |
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Von der Stange zu kaufen ist für mich kein Thema. Ich lasse mir meine Anzüge und Hemden machen. Die Passform ist das Eine, die Zeit das Andere. Für die Auswahl des Hemdenstoffs brauche ich zehn Minuten. Ich muss mich nicht mit Verkäufern herumärgern, die mir was aufschwatzen wollen. Es ist ein sehr angenehmer Einkauf und nach drei Wochen hole ich die Sachen ab. Perfekt.
Bei Anzügen das gleiche: Es geht neben der Passform um Stressvermeidung. Ich muss nicht lange suchen, ich bestelle halt. Von der Masskonfektion bin ich allerdings abgekommen. Nach zehn Jahren treuer Kundschaft bei einem Masskonfektionär bin ich nun als Kunde zu einem Schneider an der Savile Row gewechselt. Ich finde eine Investition von £ 2500 im Vergleich zu € 1000 für ein Produkt von der Stange ein sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis. Da geht es nicht nur um Stressvermeidung, sondern auch um den Erlebniswert: In Piccadilly aussteigen, ein paar Meter laufen. Unvergleichlich. |
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Zitat:
Hallo, würdest du verraten, bei welchem Savile Row Schneider du einen Bespoke Anzug - und darum geht es ja wohl, wenn du Masskonfektion hinter dir hast - für 2.500 GBP bekommst? Das ist in etwa der Preis, den man mir beim letzten Mal bei Gieves & Hawkes für MTM genannt hat. Bespoke in etwa das Doppelte, so auch meine Erkundigungen bei Huntsman, Anderson & Shephard, Dege & Skinner und Henry Poole, bei denen ich erst im Mai dieses Jahres gewesen bin. Gruß, Kai Geändert von Andreas Gerads (02.07.2009 um 12:22 Uhr) Grund: Zitat "gerettet" |
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| anzug, bespoke, boss, maile, strellson |
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