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mic2111 (20.05.2010) | ||
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Guten Tag Andreas Gerads,
vielen Dank noch einmal für den sehr menschlichen Einblick. Ich persönlich kann Stiltipps nicht leiden, die einem sagen, was "man" tut und was "man" zu unterlassen hat. Hat man mal die 30er Altersgrenze hinter sich gelassen, so ist es die Aufgabe seinen eigenen Stil zu entwickeln. Diese steifen Regeln sind praktisch, wenn man sich plötzlich in einem Umfeld bewegt, in dem man normalerweise nicht daheim ist. Ist man plötzlich zu einem Botschaftsempfang eingeladen und kennt man das Parkett dort nicht, dann sind diese Regeln ganz praktisch. Mein Lieblingsstiltrainer Jan Schaumann aus Berlin sagt dazu: "man muss die Regeln kennen, um sie stilvoll brechen zu können". Das bringt die Sache perfekt auf den Punkt. Mein Benehmen orientiert sich an den Standards und hat zum Ziel, dass sich mein Gegenüber wohl fühlt. Sie haben für mich keinen Selbstzweck. Fühle ich mich wohl und bin in einem guten Gespräch und "ist mir danach", überkreuze ich auch mal die Beine, leg die Serviette an den falschen Platz und wenn es total gut schmeckt, dann tunke ich die Sauce auch mal mit einem Stück Brot. Auch bei der Bekleidung habe ich, denke ich, meinen Stil gefunden, der nur am Rande mit irgendwelchen Regeln zu tun hat. Geschmack kann man nicht durch Stilregeln ersetzen. Dann wirkt es schnell aufgesetzt und unnatürlich. Manche sehen nach einem Besuch beim Herrenmaßschneider mit Hemden von irgenwelchen Bössen oder sonstigen, meist in Asien billig produzierenden Designermarken, wesentlich schlechter aus, als andere, nach einer halben Shoppingstunde bei C&A. Meine letzte Freizeitjacke (aus weichem Leder) kaufte ich übrigens in der Metro und bekam noch nie für ein einzelnes Kleidungsstück so viele Komplimente. Liebe Grüße aus Berlin Bernhard Moser |
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8alex (23.07.2010) | ||
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Herr Gerads,
da bin ich mit Ihnen vollkommen d'accord. Wirklich klasse, dieses Thema mal anzusprechen. Ich bin leider in Eile, muss meine Finamore Hemden noch zur Reinigung bringen. Deswegen Sorry für die kurze Antwort.
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Lieber Andreas,
Das ich sehr oft mit Dir einer Meinung bin, ist kein Geheimnis und auch hier stimme ich Dir zu 100% zu. Stil kann und darf keine Maske sein, die sich in Kleidung oder Accsessoires ausdrückt. Stil ist für mich eine Geisteshaltung, die unverändert bleibt, egal ob ich im Maßanzug arbeite oder in der "abgerockten" Jeans im Garten "wühle". Auch hier im Forum wurden schon des öfteren Fragen gestellt wie: Wieviel Stil hat dieses oder jenes Teil? Besonders in erinnerung blieb mir ein Thread aus dem Bereich Accsessoires: Wieviel Stil hat diese Uhr? Nicht viel wurde gesagt, weil es eine Quarz Uhr war und keine Automatik! BITTE???????????? Seit wann haben Dinge überhaupt Stil? Stil zeigt sich darin, wie man mit Dingen umgeht oder sie kombiniert. Warum sollte eine Patek Philip Uhr mehr Stil haben als eine Rolex oder Breitling? Das sollte doch vom Träger abhängen oder nicht? Viele Menschen (Stilforumsmitglieder selbstverständlich ausgenommen ) quatschen einfach irgendetwas nach, was sie irgendwo gelesen haben. Gianni Agnelli wird (um mal nur ein Beispiel zu nennen) als "Stilgott" bezeichnet und das stimmt auch. Im Gegensatz zu vielen, hatte ich das Glück Ihn zweimal aus der Nähe zu erleben. Sein Stil manifestierte sich nicht in seiner Kleidung oder gar seiner sehr seltsamen Neigung, die Uhr über der Manschette zu tragen, sondern TROTZ seiner sartorialen "Eigenheiten". Sein Stil kam aus seiner freundlichen und respektvollen Art heraus. Das machte Ihn zu einem "Gentiluomo".Auch bei Herrn Roetzel und Grimod (bitte alle um Entschuldigung, die ich hier nicht erwähnt habe) muss ich aus meinem persönlichen Kontakt mit Ihnen sagen, dass sich hinter dem exqusiten Kleidungsstil sehr stilvolle freundliche und gebildete Menschen verbergen und darauf kommt es schließlich an mbMn. Es wurde schon erwähnt, dass sich stilvolles Verhalten darin ausdrückt, seine Mitmenschen so zu behandeln, dass diese sich wohl fühlen. Um dies mit einem banalen Beispiel aus der Praxis zu erläutern, möchte ich schildern, wie meine Frau "tickt". Wenn wir Besuch bekommen, ist es meiner Frau trotz aller zeitlichen Einschränkungen durch Job, Haushalt und Kindern ein absolutes Bedürfnis, alles, aber auch alles vorbereitet zu haben, wenn unser Besuch eintrifft. Das geht vom Platz für Schuhe und Jacken über Handtücher im Bad zur Berücksichtigung kulinarischer Wünsche bis zum schlaffertigen Gästezimmer. So hat jeder das Gefühl willkommen zu sein und fühlt sich wohl. Für mich ist Stil nicht die "Eine" große Geste, sondern die Summe vieler kleinen Gesten. Liebe Grüße Sandro
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Stil zeigt sich im respektvollen Umgang miteinander |
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