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#51
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Interessanter Thread. Ich denke das bedingt sich gegenseitig, Verkaeufer und Kaeufer. Irgendjemand hat das mit den langen Aermeln ja auch mal losgestossen, das passiert ja nicht einfach so. Aber ich denke auch, dass die Arm- oder Hosenlaenge, oder was weiss ich noch fuer satoriale Details nicht der Punkt sind. Der Punkt liegt im Qualitaetsverstaendnis. Klamotten sind fast schon Verbrauchsgueter und keine Gebrauchsgueter - auch weil der Handel so guenstig anbietet und auch weil der Kunde so guenstig kauft. Eine simple Annahme: laege eins profunderes Qualitaetsverstaendnis voraus, hiesse das man kauft ein Produkt, das lange halten soll und das man dementsprechend gut aussuchen sollte. Dementsprechend wird es auch mehr kosten. Qualiteatsvergleiche sind in anderen Bereichen bei hochpreisen Produkten ja durchaus ueblich, ein PC oder TV sind qualitaetstechnisch (zumindest augenscheinlich) einfacher qualitativ zu differenzieren. Kleidung nicht unbedingt. Wuessten die Kunden, dass sich Qualitaet lohnt und was Qualitaet ueberhaupt ist, dann wuerden sie sich eher dazu entscheiden, mehr Geld kurzfristig in die Hand nehmen und mit dem Geld kaeme auch automatisch ein ausgefeilterer Auswahlprozess. Wenn der normale Buerger von mir aus nur im Kuhn MTM rumlaeuft mit zu langen Aermeln, ist das doch scheissegal, dann hat der trotzdem den Anzug oefter probiert und nach dem Bedenken 'fuer das Geld dann auch gleich richtig' einen anderen Selektionsprozess gewaehlt. Vielleicht ist das Kaufverhalten hier doch durch einen geschlechtsspezifischen Vergleich erkennbar: weibliche Autokaeuferinnen werden im Gros ein anderes Qualitaetsverstaendnis eines Autos haben, als ihr maennlicher Begleiter und wuerden dazu neigen, ein Auto oder auch Technik nach nicht fuer die Qualitaet relevanten Kriterien zu kaufen. Technik und Kleidung sind hier gewisser Massen Antagoniste: wo die Frau bei der Technik auf die vielleicht eher zweitrangige Optik sieht, achtet der Mann darauf, dass die Maschine auch ihren Zweck erfuellt, dafuer sollte die Frau beim Kleidungskauf etwas mehr auf die Aesthetik achten, waehrend der Mann - hierbei aufs falsche Kriterium setzend - lediglich den technischen Nutzen seiner Kleidung beurteilt (Zweckerfuellung).
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#52
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-Aufrichtiges Interesse an der Materie als Grundvoraussetzung für eine Festanstellung. (Wer an einem Maristenkolleg Lehrer werden will, muss schließlich auch katholisch sein) -Ausgiebige Lektüre dieses Forums ![]() Provisionen abschaffen. Erzeugen nur Druck (->Verkaufsdruck, ekelhaft für Kunden, Angst/Stress für Verkäufer), Prämien einführen. -Motivieren statt draufhauen. Bringt allen Seiten viel mehr, lapidar gesagt. Weg vom Verkauf, hin zur Beratung. -Mut zur Ehrlichkeit. Wenn das Personal bei einer Frage nicht weiter weiss und es offen zugibt, ist mir das lieber, als wenn es krampfhaft (Druck) versucht, mir das Teil trotzdem anzudrehen. -Mut, nein zu sagen. Andere Denkansätze/Aufgaben schaffen: Es geht nicht um Produkte die verkauft werden sollen. Es geht um den Wohlfühlfaktor und die Zufriedenheit des Kunden. Wenn der Kunde das Geschäft verlässt, soll er nicht nur eine Tüte tragen, sondern auch das Gefühl, gut aufgehoben zu sein. Dafür Verantwortung zu tragen, dass der Kunde "das richtige" bekommt. (Nicht immer, was der Kunde glaubt zu wollen, das wäre Ja-Sagerei ). Hilfestellung geben, etc.pp -Leidenschaft an der Auseinandersetzung mit dieser Materie entfachen. Ist nicht unmöglich, der Großteil dieses Forums macht das schließlich auch aus Spaß an der Freude (ehrenamtlich . shop, eine Frage: Wenn ein Neukunde auf Empfehlung einer Deiner Stammkunden auf dich zukommt: Kann diese Bestätigung, dieser Ego-Streichler mit Summe x % Prozent Prov. mithalten? Ich glaube, locker leicht. Vllt. ist ja was brauchbares dabei. over and out
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Zitat:
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#53
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Aber ginge es nicht das Geschaeft generell in Beratung und Handel zu trennen? Das ist doch prinzipiell dasselbe wie bei Banken, da gibt es ja auch innovativere Banken, die beispielsweise quasi kostenlos arbeiten, aber wo der Bankberater eben pro Beratungsstunde finanziert wird. Wenn man nur beraet und den Handel dann einer groesseren Organisation ueberlaesst, werden die eigentlichen Handelsmargen doch vermutlich geringer und alle haben was davon, oder?
Angenommen der Handel verliefe einfach ueber bspw. Amazon, so skurril das jetzt bei dieser Ware klingen mag, und der Berater, der Schnitte etc. kennt und Samples zum Probieren besitzt, sucht gemeinsam mit dem Kunden gegen Beratung mit ausfuehrlicher Erklaerung die Produkte aus, was wuerde dagegen sprechen? Klar, die Kunden, die jetzt im P&C ihre Produkte nach der Geschwindigkeit des Anziehens kaufen, werden sich wahrscheinlich eher keinen Berater holen, aber die Notwendigkeit zur Beratung sieht man doch auch hier, wo dauernd Berufseinsteiger oder (hierarchisch) Aufsteiger beispielsweise nachfragen, eher mit zunehmender Tendenz. Bei einem Vortrag an der eigenen Uni vor Kommilitonen hatte ich auch das Gefuehl, dass generell absolut Interesse vorherrscht, aber es tatsaechlich keine richtigen Anlaufstellen fuer kompetente Beratung gibt (z.B. weil es die Vaeter selbst nicht mehr wissen). |
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#54
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Ich habe das Gefuehl, dass ein Herrenausstatter heute auch nicht besonders eigene Stoffe oder Marken anbieten kann, als dass dies auch ein groesserer Haendler tun koennte, der durch die Skalierung effizienter arbeitet. Was er aber natuerlich kann ist, Aenderungen vorzunehmen und vor allem zu beraten. Und wenn er nur beraet, besteht fuer ihn doch auch ein Anreiz den Kunden so zu beraten, dass er nur besser gekleidet wird und nicht wie erwaehnt die 3000E Lederjacke statt der 300E Leinenjacke kauft. Merkt er, dass die Leinenjacke ein richtiger Griff war und Geld keine Rolle spielt, laesst er sich sicherlich wieder vom Berater helfen, durch eine Beratungsleistung wird er sich ja nicht die Fachkompetenz des Beraters angeeignet haben.Es geht nicht um kostenlosen Service, sondern genau eben um kostenpflichtigen Beratungsservice, der dann aber nicht zwangsweise mit eventuell weniger effizientem Handel verknuepft sein muss. Meine Vorstellung waere daher ein grosser Handelskonzern, unter dem sich die Herrenausstatter zusammenschliessen koennen oder anschliessen und der dann auch eine breite Auswahl und auf Grund schlanker Strukturen attraktive Preise anbiete. Darueber hinaus koennen die Herrenausstatter entweder mit kleinem Geschaeft oder beim Kunden tatsaechlich beraten, ihm Groesse und Aenderungen vorschlagen oder was eben zu seinem Stil passen koennte/angemessen waere. Dafuer wuerden die Herrenausstatter eben pro Stunde bezahlt werden, ohne jegliche Verkaufsprovision. Das Modell mit den Beratungen laeuft ja in der Wirtschaft aeusserst gut (schon zu gut, sodass es viele Deppen gibt), ich sehe ausser einer Umstellung des Marktes da also weniger das Problem fuer den Kleidungsbereich. |
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#55
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Die Ausgangsfrage kann man meiner Meinung nach schlicht mit "Nein!" beantworten. Argument: England. In der Regel top-kompetente Verkäufer und in der Regel hat man 45 Minuten nach der Landung mehr unglaubliche Outfits gesehen als in Deutschland in einem Jahr.
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#56
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Ich denke, das Problem hat im Kern nichts mit schlechten Verkäufern zu tun. Diese sind nur eine Reaktion des Einzelhandels auf eine breitere gesellschaftliche Entwicklung.
Dieser Beitrag von Des Esseintes hat das bereits gut zusammengefasst: Würde Dutschland sich besser kleiden, wenn Verkäufer besser ausgebildet wären? Wenn man bessere Verkäufer will, muss man zunächst für mehr Nachfrage nach hochwertiger Ware sorgen. Foren wie dieses sind sicherlich Ausdruck einer Backlash-Reaktion auf das verelendete Bekleidungsniveau in der Gesellschaft, aber es wird nie mehr als eine Nischennachfrage erzeugen, von der nur einige wenige spezialisierte Anbieter profitieren können. Alle anderen sind mit dem Kleidungsangebot und dessen Vermarktung à la Primark/H&M durchaus zufrieden. Dort sind Verkäufer die Personen, die die 5€-T-Shirts auf dem Grabbeltisch nachlegen, sobald sie von den herandrängelnden Kunden abgeräumt wurden. |
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Außerdem: Jondral. |
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Ich glaube weniger, dass sich die Masse der Leute besser kleiden würde, sondern eher, dass Leute, welche sich besser kleiden wollen, weniger Lehrgeld bezahlen. Was die Beratung angeht habe ich die unterschiedlichsten Erfahrungen gemacht.
1. Anzugkauf im Sarar-Outlet in Zweibrücken - Verkäufer Der Mann schien mir nicht gänzlich unmotiviert, allerdings hatte ich das Gefühl er traute sich nicht wirklich zu sagen, wenn etwas nicht passte oder komisch saß. 2. Anzugkauf im Ansons in Saarbrücken - Verkäuferin Totaler Griff ins Klo. Die Hose war viel zu eng, sodass ich quasi einen fast neuen, nicht passenden Anzug habe. Schlechte Erfahrung, aber lehrreich diesen Laden werde ich so für Anzüge nicht mehr aufsuchen. Einzig die Krawatten kaufe ich dort, die finde ich klasse. 3. Anzugkauf im P&C in Saarbrücken - Verkäufer Wirklich sehr kompetenter Mann, der auch mal gesagt hat: "Nein, das steht ihnen nicht oder da sitzt da nicht richtig" und meinte auch im Nachgespräch, er kann keinen gehen lassen, bei dem er meint, es säße schlecht. Allerdings ist das Angebot dort nicht so wirklich der Brüller. Außer ein paar Labels nicht verwertbares und für meine Figur nicht geeignet. 4.Hemdenkauf im P&C in Saarbrücken - Verkäuferin: Ein Hemd, welches nicht wirklich passe und nicht sonderlich saß wurde mit einem flüchtigen ja das passt, sieht gut aus abgespeist. Bisher wurde ich irgendwie von Frauen immer nur abgespeist und hab mich nie gut beraten gefühlt. Gerade was Provision angeht sind die wie Geier auf Beutefang. Kaum hält man ein Produkt so in der Hand, dass es aussieht man wolle es kaufen, stürzen sie sich auf einen um ja die Provision zu kassieren. Das finde ich richtig nervig. Auch wenn ich mich noch nicht lange richtig mit Kleidung auseinandersetze, finde ich dass man sich das entsprechende Wissen aneignen muss und selbst entscheiden, was passt und was nicht. Glücklicherweise hab ich bisher noch nicht viel Lehrgeld gezahlt und werde langsam immer sicherer, was den Einkauf angeht. Ich frage mich, wieso Anbieter vor den Service und die Beratungsqualität so schleifen lassen. Ich finde, dass ist der einzige Punkt, weswegen die noch eine Existenzberechtigung haben. 99 Prozent aller Waren kann ich im Internet bestellen und habe sie i.d.R. innerhalb von 48 Stunden. Bei Nichtgefallen kann ich es problemlos zurückschicken. |
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#60
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Das es gerade in Deutschland eher schädlich ist, wenn man sich nicht in Jack Wolfskin hüllt und mit latent aggressiver Miene durch die Fußgängerzone flaniert und dabei mit irgendwelchem FastFood rumschlabbert, dürfte jedem hier im Forum schon passiert sein. Sobald man einigermassen vernünftig gekleidet ist, eventuell sogar noch einen Hut trägt oder, ganz simpel, einfach nur höflich ist, wird man günstigstensfalls argwöhnisch beäugt, im ungünstigsten Fall fühlen sich die Leute veräppelt.
Die meisten "Herren", die losgeschickt werden, um was zum Anziehen zu kaufen ( "Kauf aber was, was du auch für gut anziehen kannst"), wissen doch gar nicht, was Sie wollen und stossen auf Verkäufer, die entweder keine Ahnung haben, Camp David für den Gipfel der sartorialen Weisheit halten oder irgendwelche Pseudolabel empfehlen, die auf dem Bügel schon scheisse aussehen. Und natürlich denken die auch sortimentsorientiert, mein Mercedes Händler hat mir auch noch nie einen BMW empfohlen. Wer nicht gerade in einer Großstadt wohnt, hat Glück, wenn es überhaupt Lloyd gibt. Von Loake oder Alden haben die in der Regel noch nie gehört. Und kein Händler hängt sich einen Anzug für 800 Euro in den Laden, wenn er genau weiss, das die Hirten bei ihm höchstens mal einen "Baukastenanzug von Digel" für 199 kaufen, damit Sie auf dem Schützenfest eine gute Figur machen. Das Ding muss dann 10 Jahre halten, der Krawattenknoten der Einfachheit halber auch direkt. Und meistens sucht "Mutti" ( sprich, die Gattin ) die Sachen sowieso aus. Soweit, so schlecht. Ich bin immer wieder verwundert, das der deutsche Mann 60.000 für ein Auto ausgibt, aber nur 30 Euro für Schuhe. Andererseits... Selbst hier im Forum gibt es doch eine "Norm", definiert von einigen wenigen, die entscheiden, was gut und schlecht, in und out oder passend und unpassend ist. Und alles, was diesen Meinungsbildern nicht entspricht, wird niedergemacht, klein geredet und grundsätzlich jede Ahnung und Geschmack abgesprochen. Warum soll es also bei Verkäufern anders sein? Ich kann mir vorstellen, die, welche Ahnung haben, haben resigniert und sagen einfach nichts mehr. Und ob P&C nun der Laden ist, wo ich als Kunde Beratung erwarte? Ich frage bei Aldi den Verkäufer ja auch nicht nach der besten Beilage zum Steak. Der Kunde muss sich auch ein wenig selbst erziehen. Und solange Kleidung "zweckmässig" und "bequem" sein muss / soll, wird es ein Trauerspiel bleiben. Die meisten haben doch nicht einmal genug Selbstdisziplin, um sich am Wochenende zu rasieren. Warum sollen Sie dann vollwertige Kleidung tragen?
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