Hemden im Vergleich: Van Laack

von Andreas Gerads am 7. September 2008

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In der Serie "Hemden im Vergleich" möchte ich Ihnen nach dem Kiton Hemd heute ein Van Laack Hemd genauer vorstellen und Qualitätsmerkmale aufdecken. Bei dem Kiton Hemd zeigte sich die handwerkliche Verarbeitung sowie die Liebe zum Detail. Wie sieht das bei Van Laack aus? Hier meine Beobachtungen:

Das betrachte Herrenhemd liegt in der Größe 44 mit extra langem Arm (68cm) vor und verfügt über eine Tab Kragen, sowie Umschlagmanschetten (für Manschettenknöpfe). Für die nachfolgende Betrachtung spielen diese Details keine weitere Rolle, ich wollte sie jedoch der Vollständigkeit halber erwähnen. Van Laack ist eine der Standardmarken, die von deutschen Herrenausstattern geführt wird.

Beginnen wir mit dem Stoff, dieser zeigt sich bei diesem neuen Hemd sehr weich und anschmiegsam. Es handelt sich um reine Baumwolle die bis zu einer Temperatur von 60 Grad waschbar ist. Für Van Laack typisch die Permuttknöpfe mit 3, statt wie üblich 4 Fadenlöchern. Die dazugehörigen Knopflöcher sind fein und sauber verarbeitet und wirken sehr robust, ebenso wie die Befestigungen der Knöpfe.

Die Kragenpartie ist solide verarbeitet, es besteht die Möglichkeit eigene Kragenstäbchen zu verwenden, dazu befinden sich entsprechende Taschen im Kragen. Anders als bei Kiton befinden sich keine abgesetzten Stellen am Kragen, auch in der Schulterpartie findet man Unterschiede. Zeigte sich beim Kiton Hemd an dieser Stelle deutlich die Handarbeit, so ist die Schulter bei Van Laack sehr glatt verarbeitet, was keinen Rückschluss auf Handarbeit zulässt.

Die Brusttasche ist ebenso wie bei Kiton auf Linie vernäht, was bedeutet, dass das Stoffmuster nahtlos ineinander übergeht. Ein Zeichen für Qualität und überlegtes Design. An einem nicht nahtlos ineinander übergehenden Muster trennt sich nach herrschender Meinung die Spreu vom Weizen. Was mich wundert ist, dass Van Laack die Seitennaht am Schluss nicht mit einem zusätzlichen Stück Stoff verstärkt. Allerdings ist der Winkel den es zu stützen gilt weniger spitz als z.B. bei Kiton, sodass die Gefahr eines Schadens grundsätzlich geringer ist, da die Zugkräfte anders verteilt werden.

Im Bereich des Ärmels und der Manschette fällt auf, dass der höher sitzende kleine Knopf mit einer Schlaufe nach innen verschlossen wird, so dass er nach außen nicht sichtbar ist (siehe Foto). Die französische Manschette ist solide verarbeitet und ist weit genug um auch eine Uhr mit etwas mehr Volumen bequem darunter tragen zu können.

Fazit: Van Laack Hemden sind zu Recht Standardware bei Herrenausstattern, sind die Hemden doch solide und ohne Schnörkel verarbeitet. Die Preis für ein solches Herrenhemd liegt in der Regel zwischen 120-130 €, ja nach Stoff und Verarbeitung (Handmade-Linie) auch höher. Als Businesshemd und für den alltäglichen Gebrauch macht Van Laack eine sehr gute Figur, wer handwerkliche Verarbeitung bevorzugt, der dürfte mit italienischen Herstellern besser aufgehoben sein.

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Patrick Riebe 7. September 2008 um 20:08

Wie ist der Musterverlauf von Schultern zu Ärmel?

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Andreas Gerads 7. September 2008 um 21:16

Hallo Herr Riebe,
habe noch ein Bild angefügt, dort können Sie den Verlauf gut sehen. Nicht zu hundert Prozent deckungsgleich!
Grüße
AG

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Patrick Riebe 8. September 2008 um 00:04

Nicht zu hundert Prozent deckungsgleich trifft es wohl. Das ist für ein Hemd für 130 EUR m.E. leider inakzeptabel.

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Andreas Gerads 8. September 2008 um 09:37

Entsteht natürlich dadurch, dass diese Stellen nicht per Hand vernäht werden – bei Kiton war ja deutlich zu sehen, dass der Stoff etwas gerafft wurde, um den gewünschten Effekt zu erzielen. Keine herausragende Leistung für das Geld, da gebe ich Ihnen vollkommen Recht!

Aktuell warte ich noch auf ein Borrelli Hemd, das hoffentlich in den nächsten Tagen geliefert wird, dann sehen wir wie Borrelli an den angesprochenen Stellen arbeitet – habe aktuell nur ein weißes Luigi Borrelli Hemd hier.

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Ales Polcar 10. Dezember 2008 um 14:15

Der Musterverlauf von Kragen-Aussenseite zur Kragen-Innenseite würde mich noch interessieren. Ich fürchte, dass dieses Detail genauso nachlässig gearbeitet sein wird wie die Schulter.

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Thomas Reuter 27. März 2009 um 10:21

Hallo,

wirklich sehr schöne Hemden mit sehr guter Qualität.

MFG

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Rudolf Hofer 22. Oktober 2009 um 10:30

Van Laack laesst ausschliesslich in China produzieren.Ein Hemd kostet ab Werk zwischen 3.50 und 6 Euro.Und dann nach in Deutschland 120 -150 Euro – das ist eine Frechheit,eigentlich fuer mich Betrug am Kunden.Nix gegen Handelsspannen – aber ca. 1500 % ? Es wird bei vielen anderen Herstellern die in China oder in einem anderen Billiglohnland produzieren lassen wahrscheinlich nicht anders sein,aber bei Van Laack weiss ich durch jemanden der in China arbeitet den Preis halt.

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Andreas Gerads 22. Oktober 2009 um 11:02

Lieber Herr Hofer,
ich glaube Sie verwechseln China mit dem eigentlichen Produktionsstandort Vietnam, mehr Infos auch im Interview mit Geschäftsführer Christian von Daniels:

http://www.stilmagazin.com/christian-von-daniels-ceo-van-laack-video/

Viele Grüße
AG

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MAx Mechtel 25. November 2009 um 00:54

Und sind die Hemden in Vietnam nun auch so günstig in der Produktion und unter welchen Bedingungen wird dort gearbeitet? Ich bin oft in Vietnam und würde gerne ihre Produktionsstätte besuchen.

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