Alden
Es gibt nicht mehr viele Unternehmen aus dem frühen Schuhmacherhandwerk der Vereinigten Staaten, die auf eine so lange und nicht minder bewegte Vergangenheit zurückblicken können wie die Alden Shoe Company.
Einst im US-Bundesstaat Massachusetts im beschaulichen Middleborough vom Namensgeber Charles H. Alden im Jahr 1884 gegründet, entwickelte sich das Unternehmen rasch zu einer der wichtigsten Kreativschmieden der seit Mitte der 1850er Jahre boomenden und zunehmend technisierteren Schuhbranche.
Damals verliehen neue Stichtechniken den traditionellen Schuhmodellen mehr Qualität und vor allem Haltbarkeit. Diese waren insbesondere beim Kauf von Arbeitsschuhe von größter Bedeutung. Spätestens mit der Ergänzung der – bis dato vorrangig aus Maßanfertigungen und Arbeitsstiefeln umfassenden – Produktpalette durch Kinderschuhe gelang es dem Firmengründer Charles Alden, seiner Firma zu einigem Renommee über die Grenzen von Middleborough hinaus zu verhelfen und die Strukturen stetig auszubauen. Kurzum, zu expandieren.
Nachdem sich der Gründer Mitte der 1930er Jahre – nach fast einem halben Jahrhundert des Entwickelns und Kreierens zur Ruhe setzte, folgte der Zusammenschluss mit der „Old Colony Factory“ und ein Umzug ins nahegelegene Brockton. Alden Shoes überstand trotz einiger Schwierigkeiten, mit denen die gesamte Branche zu kämpfen, die Depression während der 40er Jahre. In der Phase nach dem Zweiten Weltkrieg musste sich Alden als Produzent mit den neuen Anforderungen des Marktes und der Kunden arrangieren und neue Wege finden, um wieder in altem Glanz erstrahlen zu können.
Das Ende des Krieges hatte zwar die Nachfrage der potentiellen Kunden gravierend steigen lassen. Doch die Ansprüche und finanziellen Grundvoraussetzungen waren inzwischen nicht mehr die selben wie vor der Krise und dem Krieg. Die meisten Unternehmen waren gezwungen, sich sowohl die Produktionsstandorte als auch die Materialkosten betreffend günstigere Alternativen zu nutzen. Nur so glaubte man, dem gigantischen Markt für Konsumenten-Schuhwerk gerecht werden und somit im zunehmenden Wettbewerb bestehen zu können.
Die Folge des Marktwandels: Die Mehrheit des Unternehmen mit Standort New England blieben in der Nachkriegszeit auf der Strecke. Nicht so die Alden Shoe Company. Hier stellte man sich entgegen der gängigen Praxis bei den Mitbewerbern nicht auf den neu entstehenden Niedrigpreis-Markt ein, sondern vertraute vielmehr weiterhin auf hohe Materialqualität in der Produktion der entwickelten Schuhmodelle, zu denen inzwischen medizinisches Schuhwerk gehörte. Die intensive Entwicklung noch bequemerer Schuhe mit mehr Komfort für die treuen Kunden stand und steht noch heute im Mittelpunkt.
Die Mühen haben sich gelohnt. In den 1970er Jahren zog die Alden Shoe Company in einen neuen Firmensitz, zurück in die alte Heimat Middleborough. Der Erfolg gibt dem eigenständigen Vorgehen fern der damaligen Trends recht: Bis zum heutigen Tage ist das Unternehmen Alden der letzte Schuh- und Stiefelhersteller in der Region in Familienbesitz, der nach wie vor treue Kunden in aller Welt bedient und mit Liebe zum Detail Tradition und höchste Ansprüche auf ganz besondere Weise in der Kunst der Schuhherstellung vereint.
