Outfit der Woche – 20. Oktober 2009

von Andreas Gerads am 20. Oktober 2009

Elmas schrieb uns:

Endlich wieder Zeit für die Herbst- und Wintergarderobe:

  • Leichter Flanell-Anzug von Boss
  • Hemd mit eng anliegenden Streifen und Umschlagmanschetten von Boss
  • Krawatte von Biella handmade
  • Einstecktuch Turnbull & Asser
  • Socken Burlington
  • Schuhe rahmengenäht von Prime Shoes

Vielen Dank für dein Outfit der Woche Elmas!

Immer dienstags stellen wir im Stilmagazin das “Leser-Outfit der Woche” vor – wenn auch Sie Ihr Outfit hier vorstellen möchten schreiben Sie uns, wir freuen uns über Ihre Nachricht!

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Hans 20. Oktober 2009 um 11:46

Was ist denn der Anlass fuer das outfit? Nadelstreifenanzuege wirken sehr businesshaft, die Paisley Krawatte und das Einstecktuch dagegen legerer. Auf dem ersten Bild fallen mit die Schwarzen Knoepfe auf und der Bruch mit den Nadelstreifen am Abnaeher. (Das ist wohl der Konfektion geschuldet, wie ist das bei Masskonfektion oder Bespoke? Entstehen dort auch solche Brueche?)

Soweit erkennbar sitzt der Anzug gut, unstimmig fuer mich die Kombination aus Business-Nadelstreifen und Brogues, Paisley, Einstecktuch die ich fuer sich aber fuer gelungen halte. Auf dem ersten Bild wandert mein Blick eben auf Krawatte und Einstecktuch, verweilt dort kurz und wuerde von dort zum Gesicht gehen, wenn es denn zu sehen waere. Das sollte ja auch das Ziel sein: Der Mensch und nicht der Anzug bleibt im Fokus.

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Seppl 20. Oktober 2009 um 13:03

Der Anzug sieht etwas steif aus, bzw. die Haltung … Finde die Kombination, sowie Hans, nicht so gelungen. Socken & Schuhe sowie Krawatte & Einstecktuch => super kombiniert!

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Der Hanseat (Carsten) 20. Oktober 2009 um 15:00

Mir gefällt das Outfit wiederum sehr gut. Insbesondere die nicht so steife Kombination von Brogues, Paisley und Nadelstreifen und tanfarbenen Schuhen finde ich sehr gelungen. Bei Businessoutfits sollte man(n) schon Abstufungen vornehmen, für welchen Anlass und welche Ebene diese getragen werden.

Ein Outfit welches nicht zu förmlich aber auch nicht zu “casual” ist.

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Ludwig Ebert-Eßer 20. Oktober 2009 um 15:14

Erst einmal ein ganz großes Kompliment für die stilsichere Kombination von 5 Mustern, das kann wahrlich nicht jeder. Farblich wunderbar abgestimmt. Paßform absolut in Ordnung, vor allem in Hinblick auf Konfektion. Krawatte schön gebunden, Einstecktuch lässig, Hemdkragen prima. Potenzial: Die Schuhe finde ich etwas hell, fast schon sommerlich. Das könnte aber am Foto liegen. Die Knöpfe des Anzugs wirken ebenfalls etwas düster, ggf. wäre hier eine hellere braun-Melange besser. Das ist aber Schokostreusel auf dem Cappuchino. Ein sehr gelungenes OdW, Glückwunsch!

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Leo Fischel 20. Oktober 2009 um 15:51

Ich schließe mich dem Lob meiner Vorredner an, allerdings finde ich die Passform optimierungsfähig. Ich glaube, Ihre Figur erlaubt es Ihnen ein insgesamt etwas körpernäheres Sakko tragen zu können …

Liebe Grüße, Fischel

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The Doctor 20. Oktober 2009 um 21:17

Guten Abend,
ich muss zugeben, dass mich beim Anblick des Outfits irgend etwas irritierte. Nach langem Nachdenken bin ich darauf gekommen:
Alle Teile für sich sind sicherlich gut und teuer. Allerdings wirkt die Kombination nicht sehr diskret, sondern schreit mich förmlich an (allen voran die extrem glänzende Krawatte auf dem weißen Hemd).
Aus meiner Sicht sollte sich die Farbe der Schuhe von den Anzugknöpfen ableiten, was beim oberen Ensemble sofort zu einem Bruch führt.
Der Anzug hat an den Oberarmen deutlich zuviel Spiel, was zum einen daran liegt, dass Boss grundsätzlich sehr kastenförmige Anzüge baut (keine Taillierung zu erkennen), aber zum anderen wohl einfach daran, dass die Armlöcher zu hoch sitzen.
Sobald Nadelstreifen im Spiel sind, muss sehr vorsichtig und umsichtig kombiniert werden, da wir hier ausschließlich Business reden. Paisley gehört eher aufs Land und kann sehr schön mit Sportjacken kombiniert werden. Dann aber in entsprechenden Farben.
Wie kann man also Abhilfe schaffen:
Das Ganze sähe mit Braun als Grundton des Anzuges (vielleicht mit Glencheck) viel besser aus. Dann aber auch mehr Brauntöne in der Krawatte.
Und noch ein Hinweis zum Schluss:
Mit solch einem Fotohintergrund (offensichtlich fleckiger Fliesenboden) kann man keinen Aal vom Teller ziehen. Tip: Holzboden! Wenn seriös, dann richtig!
Wie meine Vorredner bin ich der Ansicht, dass die Kleidung den Blick auf das Gesicht leiten sollte. Somit steht der Anzug in diesem Beispiel für sich allein und kann nicht davon profitieren, ob sich Teint und Haarfarbe des Trägers positiv auf ihn auswirkt.

Sorry für die ehrlichen Worte, aber dies ist meine subjektive Einstellung. Stark geprägt von Flusser.

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Camara 21. Oktober 2009 um 16:01

Insgesamt ganz gut, aber ich muss mich der Kritik meiner Vorredner anschließen. Eine deutlichere Orientierung wäre schön. Allerdings stimmen halbwegs schonmal wichtige Kriterien wie Länge der Ärmel, Hose usw. Was das vom Doctor erwähnte übermäßige Volumen im Armbereich angeht: Boss produziert u.a. auch relativ weite Schnitte. Aber die Majorität ist deutlich schmaler und hat mittlerweile Taillierungen erreicht, die sich die meisten jenseits der 30 gar nicht wünschen. P & C und Co. bieten diese aber eher nicht an, sondern überwiegend die eigenen Stores. Die Schuhe an sich finde ich schön, aber in dieser Kombination gleichermaßen die störendste Komponente. Jedoch würde ich meine Schuhfarbe auch nicht nach den Knöpfen eines Anzugs wählen. Zumindest meine dunkelblauen Anzüge haben alle schwarze Knöpfe und ich trage trotzdem auch dunkelbraune Schuhe dazu. Grundsätzlich heisst es aber auch für mich: Selber (hier) erstmal besser machen!

Gruß, C

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GPM 25. Oktober 2009 um 08:11

Interessant, wie unterschiedlich doch immer wieder die Kommentare zu den OdWs ausfallen . So soll es ja in Geschmacksfragen auch sein, denke ich. Ein Kommentator hat sich sogar auf seine Flusser-Prägung berufen. Anscheinend hat jeder Präestempel zwei Seiten. Ich habe wohl den von der anderen Seite abbekommen. :-)
Erstaunlich für mich sind die häufigen Bezugnahmen auf die neudeutschen Begriffe “business” vs. “casual” inklusive bierernster Hinweise auf IRL nicht existente, aber gerne herbeizitierte Bekleidungs”vorschriften”. Geht man nämlich wirklich unter die Leute, so wäre man froh, wenigsten einem ganz geringen Prozentsatz an “Business-People” zu begegnen, die so schick gekleidet sind wie der Outfit-der-Woche-Präsentator. :thumbs up:

Fachlich, also was Machart und Paßform anlangt, ist an dem gezeigten Ensemble nichts auszusetzen. Selten einen so gut gemachten und gut sitzenden Stangenanzug von Boss gesehen. Der als “Bruch” bezeichnete streifenlose Ansatz des vorderen athletischen Abnähers ist sicherlich gewollt, bei der ansonsten für einen TRW-Suit ungewöhnlich peniblen Streifenverarbeitung. Vielleicht soll er durch seinen Cornetto-Effekt die Taillierung betonen, was er auch tut. Mir gefällt es trotzdem nicht, es ist zu auffällig.

Leider ist mir persönlich auch die Krawatte zu auffällig. Aber hier kommen wir weg vom fachlichen Bereich und hin zum Geschmacksbereich. Was für den einen grell erscheinen mag, das kann ein anderer gar für dezent halten. Im Falle der Krawatte gilt für mich Ersteres, obwohl sie als Einzelstück gesehen wunderschön ist.

Die Schuhe sind ebenfalls schön und nach derzeitiger Auffassung auch von der Farbe her zu diesem Anzug tragbar. Vor ein paar Jahren wäre diese Kombi undenkbar gewesen, vielleicht ist sie es ja in ein paar Jahren wieder. Zur Zeit geht das so.
Die Idee , Schuhe zur Knopffarbe zu wählen, wie hier angeregt wurde, ist eine völlig neue. Sie öffnet silbernen und goldenen Schuhen zum Blazer Tür und Tor. Ich bin gespannt.
Tatsächlich gefallen mir die schwarzen Knöpfe, vermutlich aus Kunsstoff, auch nicht. Anstelle empfohlener Brauner würde ich zu grau melierten aus Horn tendieren.

Das einzige, was mir an dem ansonsten rundum sehr ordentlichen Outfit gar nicht gefallen mag, sind die weder von der Farbwahl noch von Stil auch nur irgendwo stimmigen Burlingtons. Bei aller Liebe zum Mustermix – das würde auch Flusser so nicht empfehlen…. ;)

Ansonsten: Gratulation zu diesem OdW.

GPM

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Michael 25. Oktober 2009 um 17:06

…also goldene Schuhe hatten wir noch nicht – wobei die Geschmäcker ja verschieden sind – und mich hat das Outfit so ein weniger an die 80er Jahre erinnert , die Schuhe wären dann vielleicht grau gewesen – aber ernsthaft, bei allen Details, gilt für alle Outfits tatsächlich die Frage – Warum begegnen mir so wenig Leute, die sich so um ihr Äußeres bemühen…

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Elmas 26. Oktober 2009 um 14:08

Hallo Stil-Freunde,

vielen Dank für Lob und Kritik. So oder so ähnlich gehe ich zur Arbeit, wobei ich leider das Einstecktuch seltener trage, da ich neben den anderen Kollegen schnell overdressed wirke. Nur wenn mir danach ist, dann stecke ich mir das Tuch dann doch in die Brusttasche. Die Krawatte wirkt in der Tat auf den Fotos grell, ist aber durch den Einsatz vom Blitz nicht zu vermeiden. In natura ist die Krawatte zurückhaltender. Ich versuche bewusst die Kombinationen etwas anders, also nach meinem Geschmack zu wählen. Literatur wie die von Herrn Roetzel oder Mr. Flusser sind sicherlich wichtige Leitfäden, sollten jedoch nur eine Inspirationsquelle sein. Auch ich lese diese Bücher mit Interesse. Eine strikte und konsequente Verfolgung aller Regeln muss nicht sein, ist aber natürlich jedem selbst überlassen. Ich finde jedoch, dass auch der persönliche Einfluß auf die Kleidung sehr wichtig ist. Denn das macht ja das gewisse Etwas aus. Nur wenn strenge Dresscodes vorgegeben sind, sollte man sich danach richten. Ansonsten: warum soll man Paisley-Muster nur auf dem Land und nicht in der Stadt tragen dürfen ?

Gruss an meine Stil-Freunde

Elmas

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