Outfit der Woche – 15. September 2009

von Andreas Gerads am 15. September 2009

Jay schrieb uns:

Hallo Andreas, Vielleicht reicht es zum OdW… Hier die Facts:

  • Anzug von Hugo Boss (RTW)
  • Schuhe von Navyboot
  • Hemd von Borrelli
  • Krawatte und Pochette von Massimo Bizzocchi
  • Strümpfe von Pantherella

Auf dem ersten Bild sind die Farben etwas verblasst, weil das Foto bearbeitet wurde. Auf dem zweiten und dritten sieht man die echten Farbtöne.
Beste Grüsse
Jay

Vielen Dank für dein Outfit der Woche Jay!

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{ 14 Kommentare… einen eigenen schreiben }

Jan 15. September 2009 um 12:57

Farblich finde ich es eine schöne Kombination. Mir gefällt besonders das Grau/Rot/Schwarz von Hose, Strümpfen und Schuhen. Auch der Schuh an sich gefällt sehr gut. Ein schwarzer Plain Derby ist der zweituniversellste Schuh finde ich (nach einem sehr dunkelbraunen Plain Derby ).

Da das wahrscheinlich das Outfit eines Bräutigams zu seiner Hochzeit ist, traut man sich fast nicht so recht etwas zu kritisieren. Aber da der Urheber die Fotos zur Betrachtung zur Verfügung stellt, rechnet er doch vielleicht damit. Also: die Paßform des Anzugs ist sicher nicht verkehrt (schöne Armlänge z.B.), aber der Schnitt wirkt sehr, sehr bieder. Ich muss sofort an einen Angestellten am Bankschalter denken. Die sind ja auch nicht schlecht gekleidet, aber bei den meisten merkt man, dass es ihre Berufskleidung ist und sie sie eben tragen müssen. Alleine schon das Sakko stärker taillieren zu lassen und das Hosenbein etwas enger und etwas kürzer zu machen würde einen großen Unterschied bedeuten (so es den die Mittelpartie des Trägers zuläßt ;- nix für ungut).

Die Blume am Revers geht leider gar nicht. Den Stil des “Rosenbouquets” einfach vorne draufzuklatschen weil er nicht durchs Knopfloch passt, also bitte….Aber ich vermute mal das geht aufs Konto der Floristin. Bei meiner Hochzeit wollten sie mir auch sowas aufs Auge drücken, hatte das gleiche Problem, das es nicht durchs Knopfloch passte. Ich habe dann das ganze Gemüse vom Gesteck abgerupft und o Wunder, die Rose alleine passte wunderbar durchs Knopfloch ;-).

Aber das alles ist sowieso sekundär, ich gratuliere einfach mal zur Eheschließung und wünsche Euch viele glückliche, gesunde Jahre zusammen!

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Ludwig Ebert-Eßer 15. September 2009 um 14:03

Was mir sehr gut gefällt:
Das Hemd, vor allem der Kragen
Die Farbkombination Krawatte, Strümpfe, Rose
Das Tuch des Anzugs (sehr schöner und nicht langweiliger Grauton)

Wo ich noch Potenzial sehe:
Die Hosenweite erscheint mir sehr großzügig
Die Taille des Sakkos ebenfalls

Aber hey, wer heiratet schon in roten Strümpfen? Respekt!

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ARBITER ELEGANTIARUM 15. September 2009 um 14:37

Insgesamt gilt: Besser angezogen, als die meisten Hochzeiter. Aber um das Gesagte der Vorredner nicht zu wiederholen, mache ich nur da einen Punkt, wo ich Dinge anders als die Vorredner sehe oder präziser werden will:

Die Hose ist genau das, was ich in meiner Erwiderung auf den “Slim Fit-Beitrag” von Herrn Roetzel geschrieben habe: Man sehe sich die Hose an, wie sie am Oberschenkel zu einer absurden Weite aufläuft, eine regelrechte Clonwshose, ganz furchtbar – und in Deutschland leider Standard. Es ist leider auch zu viel erwartet, wenn man in D vom Verkäufer sich da Handreichungen erwarten würde. Denn dann würden die nichts mehr verkaufen, weil 90 Prozent der deutschen Anzughosen so oder noch schlimmer aussehen.

Was ist schade finde ist das platt gebügelte Revers. So kommen die leider standardmäßig aus der Reinigung, wenn man vorher nicht explizit darauf drängt, dass das NICHT plattgebügelt wird. Dort wo das Revers in die normale Jackenfront überklappt, darf es keine scharfen Wendungen oder Kanten geben!

Die Schuhe sind zu schmal für die offenbar große Fußweite. Eine Derby-Schnürung darf nicht so weit aufklaffen, wie sie es tut, das sieht sehr merkwürdig aus.

Dass der Schuh nicht passt, sieht man auch am Ausmaß der Gehlfalten – das ist deutlich zu viel. Und das kommt nur dann zustande, wenn der Fuß in den Schuh gezwängt wird.

Empfehlen würde ich bei Gelegenheit auch die Anschaffung schöner gewachster dünner Schnürsenkel. Die Schnürsenkel sind mir zu wulstig.

Das Einstecktuch passt nicht zur restlichen Farbpalette. Ich hätte hier schlichtes Weiß genommen, oder Weiß mit einem roten (oder rosa) Rand.

Schön finde ich rote Strümpfe (habe selbst in solchen geheiratet). Und ich mag auch, wenn Krawatte und Strümpfe abgestimmt sind. Aber hier passt es zu perfekt – da fehlt dann die Leichtigkeit, die Sprezzatura. Also hätte ich die Strümpfe bei der Krawatte vielleicht einen Tick dunkler oder heller gewählt.

Ach ja: Die Krawatte finde ich für Hochzeit ein bisschen zu alltäglich, zu sehr Business. Hier hätte ich mir zum Beispiel eine schöne silberne vorstellen können. Oder ein helles, pastelliges Blau.

A.E.

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Andreas Gerads 15. September 2009 um 14:54

Nur mal als Anmerkung: Jay hatte glaube ich nicht geschrieben, dass das Outfit für eine Hochzeit war – besser erst mal sein Feedback abwarten, bevor wir alle in die falsche Richtung laufen! :) Das war ja bisher nur eine Vermutung der vorangehenden Kommentatoren…

Grüße

AG

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Jan 15. September 2009 um 15:03

Simmt natürlich. Allerdings fällt mir auf Anhieb kein anderer Anlaß bei dem man sich einen halben Blumenstrauß ans Revers heftet. Lasse mich aber gerne überraschen!

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Ludwig Ebert-Eßer 15. September 2009 um 15:11

Vielleicht als Trauzeuge….

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Alexander C. Schwarz 15. September 2009 um 15:34

Was mit nicht zusagt:
Schuhe (man sieht das “Innenleben” der Schnürung)
Stecktuch (zu was wurde gematcht?)
und die Haare (ist das Gel?! und noch viel schlimmer, vorne aufgestellt?!?!)

Was mir gefällt:
Strümpfe
Hemd
und Tuch des Anzugs

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Andreas Gerads 15. September 2009 um 15:56

Alexander, beim OdW geht es weniger um das Gusto des Betrachters, als die Tatsache wie der Stil des “Darstellers” wirkt…
Grüße
Andreas

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Der Hanseat 15. September 2009 um 16:26

Einstecktuch und Hemd gefallen mir. Bei dem Rest muss ich leider “absagen”. Das Tuch entspricht einfach nicht meinem Geschmack. Binder und Pochette stimmen farblich absolut nicht überein (sehe da einfach keine Korrelation). Schuhe – gut poliert (Ernsthaft!) allerdings empfehle ich öfter zu fetten, speziell die Falten. Sakko und Hose sind nach meinem Empfinden schlicht und einfach unförmig bzw. zu weit.

Fazit: Ambitioniert aber unerfüllt

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Marco 15. September 2009 um 16:43

Zunächst auch von mir herzlichen Glückwunsch zu dem (vermuteten) erfreulichen Anlass dieses Outfits, Jay.

Dieser Kommentar ist mein erster in diesem Forum. Ich hoffe mir gelingt es, die Diskussion anzuregen und zu bereichern. Dabei bin ich immer offen für Kritik. Trotz des Anlasses erlaube ich mir konstruktive Kritik.

Zu Ihrem Outfit:

Was die Farbwahl angeht kann ich mich meinem Vorredner nur anschließen: gelungen! Schöne Kombination des mittelgrauen Anzuges mit den roten Akzenten der Krawatte und der Strümpfe. Weiterhin gefällt mir die Struktur des Stoffes.

Verbesserungsfähig halte ich das Zusammenspiel von Hemdkragen und Krawattenknoten. Nach meinem ästhetischen Empfinden ist der Krawattenknoten zu klein für die breite Spreizung des Kragens. Da fehlt einfach etwas. Und der Krawattenknoten erscheint auf den Bildern wie festgezurrt, nicht scheinbar locker geschlungen. Wobei wir natürlich alle wissen, dass eine scheinbar locker geschlungene Krawatte oft ihre Zeit braucht. Außerdem sieht es aus, als hebe die Krawatte den Kragen an. Das mag an der Passform des Kragens liegen.

Das Tuch trägt dick auf und hebt das Revers an. Zu der an den Anzug gezwungenen Rose habe ich meinem Vorredner nichts hinzuzufügen. Gemüse weg, die Rose ist alleine toll genug.

Das Jackett sieht im Umfang zu groß aus, eine leichte Taillierung lässt es weniger bieder wirken. Enger also im Bereich des zweiten Knopfes von oben. Im Bereich des oberen spannt das Jackett ja schon leicht, was aber kaum auffällt. Nebenbei: Woher stammen die viele Beulen in den Ärmeln?

Die Ärmel finde ich zu kurz. Und zwar sowohl die des Jacketts, und besonders die des Hemdes. Jackettärmel um fünf Millimeter verlängern, die Hemdenärmel um einen ganzen Zentimeter, vielleicht noch etwas mehr. Das läst den Anzug dann auch bei Bewegung als besser passend erscheinen.

Die Hose hingegen finde ich zu lang. Ich spekuliere mal über mögliche Gründe. Beim Probetragen hat die Hose wunderbar gepasst. Nun ist sie heruntergerutscht. Entweder wegen zu weitem Bund, oder sie könnte vom Bauch gerutscht sein, sofern sich unter dem Jackett ein leichtre Ansatz verbirgt. Zwei Dinge können helfen: entweder die Hose immer unter dem Bauch tragen und entsprechend kürzen lassen, oder zu Hosenträgern greifen.

Und obwohl sie hier an letzter Stelle stehen, müssen wir ganz besonders über die Schuhe sprechen. Haben die in ihrem Leben jemals einen Schuhspanner gesehen? Vermutlich nicht, denn die hätten die Everestartigen Falten sicher verhindert. Da hilft die engagierteste Politur nichts, wenn das Oberleder in Falten liegt wie das von Uschi G.
Die tiefen Falten lassen mich auch darüber nachdenken, ob die Schuhe wirklich passen. Es sieht mir fast so aus, als seien sie ein wenig zu lang. Die Gehfalten sind doch recht weit hinten. Augenscheinlich haben Sie einen recht hohen Spann, man sieht die Zugfalten an den Ösen trotz recht weiter Öffnung der Schnürung. Die einschlägigen englischen und amerikanischen Manufakturen bieten verschiedene Weiten an, die helfen könnten. Von Maßanfertigung mal ganz zu schweigen…

Abschließend erlaube ich mir ein paar ganz subjektive Überlegungen zum Stil des ganzen Outfits. Die Art des Anzuges, die gestreifte Krawatte, und die Derbies finde ich recht sportlich für diesen Anlass. Da steht das Einstecktuch auf verlorenem Posten, wenn es die Eleganz alleine herbeischaffen soll. Auch passt das Einstecktuch für mich farblich nicht zum Gesamtoutfit. Der farbliche Zusammenhang von Einstecktuch und den Streifen der Krawatte überlebt wohl keinen Abstand, der größer ist als zwei Meter. Eine einfarbige, rote Krawatte und ein weißes Tuch hätten das besser erledigt.

Ich hoffe, das war nicht zuviel der Kritik und freue mich auf eine angeregte Diskussion.

Danke, Jay, dass Sie wir Ihr Outfit sehen durften.

Besten Gruß

Marco

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Modepolizei 18. September 2009 um 00:02

Lieber Marco,

ich bin einigermassen verwundert, dass Du mit der Kombination von Krawattenknoten und Hemd nicht viel anfangen kannst.
Ich finde, dass diese Kombination das einzig geschmackvolle am Gesamtoutfit darstellt.
ie Spreizung des Kragens finde ich sehr geschackvoll und der Knoten ist alles, aber nicht zu sehr klein. Der deutsche Mann hat sich in den letzten Jahren angewöhnt, den Krawattenknoten möglichts “fett” zu binden, allerdings wirkt das für mich in den meisten Fällen pseudo-italienisch.

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Michael 15. September 2009 um 16:47

…apropos Blume am Revers und weil das Erscheinen des Manufactum Katalogs auf der Homepage avisiert wurde…

..und wenn der Träger dann auch noch außerhalb von Hochzeiten Spaß an der Blume am Revers haben sollte…

Da (gibt´s ?) gab´s bei Manufactum so kleine Blumenvasen für´s Revers – dazu noch die Lektüre von Style in one´s lapel “The Boutonniere” von Angeloni und schon wird´s ein richtiger Hingucker….

Aber wie immer gilt, nicht zu viel auf einmal wollen….

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Ozelot 15. September 2009 um 17:17

Größtenteils schließe ich mich meinen Vorrednern an, allerdings finde ich, dass das Stecktuch durchaus gut (zum Streifen in der Krawatte z.b.) passt und auch der Krawattenknoten ist nicht zu schmal für so einen gespreizten Kragen.

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Roderich 15. September 2009 um 23:35

Etwas fehlt beim OdW: Die ROTE Clownnase!!!!!!!

Roderich v. H.

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