Kai (K.L.S.) schrieb uns:
Hallo! Freitag, 14.08.2009, im Büro: Anlässlich einer kleinen internen Feier musste ich auch für ein Foto herhalten. Da gelegentlich und zu Recht der Wunsch geäußert wurde, ungestellte Fotos aus dem wahren Leben zu zeigen, hier also ein für mich typisches Casual Friday Outfit. Als Chef versucht man halt mit (hoffentlich gutem) Beispiel voranzugehen.
- Blazer: Raffaele Caruso, MTM
- Hemd: uralt und RTW. Keine Ahnung, um welchen Hersteller oder Marke es sich handelt, da das Etikett mittlerweile fehlt. Es spricht aber einiges dafür, dass es Ansons’s Hausmarke ‘Paul Rosen’ ist, die ich vor einigen Jahren und vor dem Wechsel zu Maßhemden ab und an gekauft hatte. Immerhin hat es die Jahre überdauert und die Qualität beurteile ich als insgesamt recht gut.
- Hose und Gürtel: Pal Zileri
- Schuhe: Foster & Son
- Socken: Paul Smith
- Krawattenschal: Laco
- Einstecktuch: Baumwolle, aus meinem Fundus
Die Bildqualität ist, den Umständen geschuldet, halt so ‘lala’. Trotzdem viel Spaß beim Kommentieren und Kritisieren!
Danke für dein Outfit Kai!
Immer dienstags stellen wir im Stilmagazin das “Leser-Outfit der Woche” vor – wenn auch Sie Ihr Outfit hier vorstellen möchten schreiben Sie uns, wir freuen uns über Ihre Nachricht!
Von: Andreas Gerads, veröffentlicht am 18. Aug 2009 | Kategorie: Outfit der Woche
Hallo Kai,
das präsentierte (klassische?) Ensemble erscheint mir sehr gelungen.
Um die Passform zu beurteilen, bin ich nicht kompetent genug, aber für diese Aufgabe gibt es hier im Stilmagazin erfahrenere Personen. Jedoch wirken Blazer und Hose durchaus gut in dieser Hinsicht – wobei ich mich frage, ist dies tatsächlich ein Blazer? Ich meine wegen der Knöpfe?
Allerdings möchte ich noch etwas zur Farbauswahl sagen, die in meinen Augen etwas “peppiger” hätte sein können. Gerade wenn vornehmlich zwei konträre Farben – blau und weiß – vorherrschen, hätte ich ein buntes Einstecktuch und/oder Ascot gewählt. So mutet das gesamte Outfit doch mit leichter Tristesse an. Gleiches gilt für die Schuhe: cognacfarbene oder bordauxrote Schuhe dürften das Erscheinungsbild etwas auflockern.
Gruß -K
Insgesamt sehr stimmig. Mag die kürzeren Hosen, die durch die netten Strümpfe nochmal gewinnen. Wie wäre es, wenn die Hose bei dieser Beinlänge insgesamt etwas enger säße? Würde dem Outfit sicher noch Schub geben.
Blazer und Chinos trage ich in diesem Sommer liebend gerne und freue mich, wenn es so stilvoll vollendet wird wie hier.
Halstuch: Muss nicht
Tolles Outfit für`s Büro oder den berühmten Casual Friday. Da dein Hautton heller zu sein scheint Kai, würde ich wie du es getan hast, auch nicht zu viel mit Farbe arbeiten.
Ist das Hemd auch rein weiß, oder ist das noch ein Farbstreifen/Muster drin? Falls es reinweiß ist würde eich hier für ein kleines blaues Überkaro plädieren, sonst wäre es mir zu weiß…
Viele Grüße
Andreas
Es scheint mir ich muß bezüglich der Hemdfarbe etwas ergänzen, da es auf dem Foto offensichtlich nicht gut rüberkommt: Das Hemd ist schon ein deutliches hellblau (hellblau mit feinen weißen Streifen). Ganz weiß wäre mir auch zuviel.
lieber kai,
sieht für mich ein wenig nach heiratsschwindler oder möchtegern-aristokrat aus. so gefallen sie schiegermüttern, aber bei jüngeren frauen (falls sie auf diese stehen), dürften sie sich in diesem ensemble wohl eher lächerlich machen. tiefenpsychologisch gesehen suchen diese vielleicht einen partner als vaterersatz, aber sollte er doch bitte nicht auch so aussehen!
wenn sie schon so auftreten, dann doch bitte mit einem glas whisky anstatt eines plastiktelefons in der hand.
noch etwas: sie sollten neben der arbeit an ihrer “ausseneinrichtung” auch an der für innen arbeiten. ikea-aktenschränke und pseudo-asia-style passen nicht wirklich zusammen. abgesehen davon, sind die bilder an ihrer wand unterirdisch!
sehen sie meine ausführungen bitte als wohlwollende kritik.
Also außer ein bisschen oberflächlicher Polemik kann ich dem Kommentar nicht viel abgewinnen…
Lieber Herr Schmidt,
herzlichen Dank für Ihren Kommentar, ich habe mich köstlich amüsiert. Was Sie alles sehen und zu sehen glauben – wunderbar! Leider haben Sie vor lauter Übereifer die Shift-Taste auf Ihrer Tastatur übersehen, das trübt den Genuss Ihrer zum größten Teil auf fälschlichen Annahmen, unbelegten Spekulationen und pseudo-psychologischen Theorien beruhenden Ausführungen. Dennoch: Soviel Spaß hatte ich selten. Besonders bemerkenswert sind Ihre Anmerkungen zum Geschmack von “schiegermüttern”. Ich vermute, Sie meinen “Schwiegermütter”, und Ihre Kennerschaft beruht auf eigener Erfahrung.
Nein, im Ernst: Ich finde es gut, wenn jemand völlig anderer Meinung ist, als ich selbst. Teilweise kann ich daraus lernen (nun gut, aus Ihrem Kommentar schöpfe ich eher Belustigung), teilweise sehe ich mich gerade auf Grund der Kritik (insbesondere auf Grund der Form wie sie geäußert wird) bestätigt.
Und ich habe schon befürchtet, das OdW stirbt einen langsamen Tod. Aber so kann es von mir aus noch munter weitergehen. Nur Mut, meine Herren! Wer will noch mal, wer hat noch nicht?
Gruß, Kai
man kann auch bewusst polemisieren, um einer kritik einen gewissen gehalt an humor zu geben. probieren sie das mal! das macht dem verfasser und dem adressaten enormen spaß!
lieber kai,
na das ist doch genau das, was ich erreichen wollte – das sie spaß haben! (zumindest teilweise scheint mir das gelungen zu sein…)
ich habe bewusst sowohl polemisiert als auch die shift-taste ignoriert. man verzeihe mir diese eigenmächtigkeit und eventuelle kleine orthographische fauxpas.
trotzdem: so ein wenig “sky-dumont-charme” haben sie schon…
gruß, herr schmidt
Nachtrag:
Schönen Gruß auch von Frau Chen Xiao-Wei, der Leiterin unserer Südostasienabteilung, in deren Büro das Foto entstand.
Das Attribut „unterirdisch“ musste ich ihr allerdings erst einmal erklären, was ihrerseits zu hochgezogenen Augenbrauen führte, denn laut ihren Angaben handelt es sich bei den Fotos um Originale eines befreundeten Fotografen, die zu einer zuletzt in der Zuoying Arts Gallery / Kaohsiung ausgestellten Serie gehören.
Was an den, zu großen Teilen aus ihrer Heimat mitgebrachten, Gegenständen pseudo-asiatisch sein soll, blieb ihr auch verborgen. Ikea gibt es übrigens auch in Taiwan.
Im Übrigen versicherte sie mir, dass sie mich lieber mit Plastiktelefon als mit Whiskyglas in ihrem Büro sieht.
Gruß, Kai
antwort:
schönen gruß zurück!
auch wenn wir hier vom eigentlichen thema abschweifen: nicht jeder fotograf der in einer galerie austellt, hat auch talent. es sei denn, besagte galerie ist “camera work” in berlin oder das “moma”.
das asiatische mobiliar, was auf dem bild zu sehen ist, bekommen sie in allerlei nippes-läden und bei ebay für verhältnismäßig wenig geld. abgesehen davon: sie haben einen plattenspieler im büro? das finde ich eine sehr gute idee!
sie hat natürlich recht, wenn sie ihren chef lieber mit telefon, als mit einem drink im büro sieht. es soll aber auch offices geben, in denen die geschäftsleitung letzteres bevorzugt.
gruß, herr schmidt
Ich dachte, hier geht’s um das odW und nicht um die Inneneinrichtung/Kunstobjekte der Woche. Wie auch immer, ich finde das Outfit im Groben und Ganzen gelungen. Und contra Marius find ich auch den Krawattenschal passend. Zwei Punkte: Ein Blazer mit silbernen (oder messingfarbenen) Knöpfen hätte mir etwas besser gefallen. Auch die Hose könnte (zumindest für meinen Geschmack) etwas enger und länger sein. Haben Sie dieses Outfit schon mal mit einem Glattleder-Brogue (bspw in oxblood oder dunkelbrauch) versucht? Könnte mir vorstellen, dass das auch gut passt (so hätte nämlich ich es kombiniert).
Viele Grüße
AJJA
Hallo!
Zum Blazer kann ich sagen: Ich habe ihn extra ohne die typischen goldfarbenen Knöpfe machen lassen, da ich sowohl einen einreihigen, als auch einen zweireihigen Blazer mit ebensolchen Knöpfen im Schrank habe. Für meinen Geschmack wäre mit goldfarbenen Knöpfen das “Heiratsschwindler-Image” perfektioniert, was mir selbst dann doch “too much” gewesen wäre. Ob man das Kleidungsstück dann noch guten Gewissens “Blazer” nennen kann, mögen andere beurteilen. Die goldbeknöpften Blazer setzte ich lieber zu grauer Hose mit weißem Hemd und Krawatte zu formelleren Anlässen ein.
Zur Weite der Hose, kann ich sagen: Ja, im Prinzip habe ich nichts gegen engere Hosen, jedoch setzt mir mein Bauchumfang gewisse Grenzen. Und ich persönlich bin kein Fan von “immer enger, “immer küzer” was die Hosen angeht. Dazu muss man mE erstens die passende Figur und zweitens das passende Alter haben, was bei mir beides leider nicht mehr der Fall ist.
Allerletzter Nachtrag:
So sehr ich auch Provokation in gewissen Grenzen schätze, und dass ich mich amüsiert habe, habe ich ja schon geschrieben, so sehr möchte ich Ihnen, Herr Schmidt, ans Herz legen – und sehen Sie dies nun auch als wohlwollende Kritik – es nicht zu übertreiben, um sich nicht selbst die Grundlage eines ernst zu nehmenden Diskussionspartners zu entziehen.
Diese Grenze ist mE dann erreicht, wenn Sie ernsthaft behaupten wollen, die Qualität zweier Fotos, die irgendwo im Hintergrund auf einem Bild auftauchen, dahingehend beurteilen zu können, ob der Fotograf talentfrei ist oder nicht. Mal ganz abgesehen davon, dass Sie offensichtlich ein laienhaftes Kunstverständnis haben, da Sie unkritisch zwei bekannte Ausstellungsflächen als den Heiligen Gral der Fotografie betrachten, was auf eine wenig differenzierte Sichtweise schließen lässt, scheinen Sie persönlichen Geschmack mit Qualität und dem dahinter stehenden Talent und der künstlerischen Arbeit zu verwechseln.
Wenn nur das, was Ihnen persönlich gefällt, große Kunst wäre oder im Umkehrschluß, alles was in bekannten Galerien hängt, Ihnen unreflektiert gefällt, da es ja unzweifelhaft große Kunst ist, Sie aber Nischen- und Nicht-Mainstream-Kunst per se keine Chance geben, so sehe ich auch für Ihren persönlichen Kleidungsstil – und um den geht es ja hier hauptsächlich – schwarz.
Reden Sie doch nicht von Dingen, von denen Sie offensichtlich keine große Ahnung haben so, als ob Sie die Weisheit für sich gepachtet hätten, sondern sagen Sie es so, wie es ist: Ihnen persönlich gefällt es nicht – damit, so glaube ich, bewahrten Sie sich ein Stück mehr Glaubwürdigkeit.
Ich selbst habe keinerlei Bezug zu dem Fotografen, noch habe ich diese Fotos in meinem Büro hängen, noch muss ich für irgendjemanden Partei ergreifen. Aber die Art und Weise, wie Sie hier argumentieren, lässt auch bei mir zumindest die Augenbrauen zucken und es fällt mir schwer, es unkommentiert stehen zu lassen.
In meinem eigenen Büro sieht es im Übrigen völlig anders aus, und Sie wendeten sich vermutlich mit Grausen ab. Aber ich verdiene mein Geld nicht mit teuren und stilistisch ausgefeilten Büroeinrichtungen, sondern mit effizienter Arbeit in einem ebensolchen Umfeld. Und das gilt im Großen und Ganzen auch für meine Mitarbeiter.
Gruß, Kai
Hallo Kai,
wo haben Sie denn das
Blazer: Raffaele Caruso, MTM
gekauft?
Gruss, Brisko
Hallo Brisko,
den Blazer habe ich beim Herrenaustatter Braun in Hamburg gekauft.
Gruß, Kai